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Erhöhte Abfallmengen infolge der Kehrichtlieferung von Täsch und Zermatt nach Gamsen – die Restmenge blieb praktisch unverändert

Abfallentwicklung Oberwallis 2003

Brig-Glis/Oberwallis.- Die Abfallstatistik Oberwallis zeigt für das Jahr 2003 ein ungewöhnliches Bild. Weil erstmals der gesamte Kehricht der Region Zermatt vollständig nach Gamsen geliefert wurde, ergibt sich eine einmalige und aussergewöhnliche Zunahme von 20% bei der Gesamtmenge und über 30% beim Hauskehricht. Ohne diese zusätzlichen Lieferungen liegt die Zunahme allerdings unter einem Prozent; Zermatt und Täsch ihrerseits konnten die Abfallmenge gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzieren.
Im Jahre 2003 wurden insgesamt 33'610 Tonnen Hauskehricht, Industrie- und Gewerbeabfälle (Direktanlieferungen), Schlämme und Geheimakten in die Kehrichtverbrennung nach Gamsen angeliefert. Dieses Total liegt um rund 5'663 Tonnen o- der 20% über demjenigen des Vorjahres. Davon entfallen 23'538 Tonnen auf den Hauskehricht, 9'577 Tonnen auf Direktanlieferungen (Industrie- und Gewerbeabfälle), 466 Tonnen auf Schlämme und 30 Tonnen auf Geheimakten.
 
Der Anteil der Region Zermatt am Hauskehricht beläuft sich auf 5'446 Tonnen, im Berichtsjahr erstmals vollständig unter der Rubrik Hauskehricht erfasst. Ohne diesen Anteil beträgt das Wachstum der Restmenge lediglich 140 Tonnen oder knapp 1% - was durchaus im Rahmen der Vorjahre liegt. Umgekehrt konnten die Gemeinden Täsch und Zermatt ihre Abfallmenge um über 1'000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr reduzieren, was einer Abnahme von über 20% entspricht.
 

Entwicklung nach Abfallgruppen und Lieferart

Aufgrund der erstmals statistisch erfassten, zusätzlichen Lieferungen aus Täsch und Zermatt, ist der Vergleich mit dem Vorjahr wenig aussagekräftig. Die sprunghafte Zunahme von über 30 Prozent oder 5'586 Tonnen beim Hauskehricht entspricht in etwa der Abfallmenge der beiden Gemeinden - ohne deren Anteil liegt das Wachstum unter 1 Prozent. Wird ausserdem die Abfallenge 2002 von Täsch und Zermatt in die Statistik einbezogen (total 6'862 Tonnen im Jahre 2002, davon 543 Tonnen in Gamsen verbrannt) ergibt sich ein Abnahme von 5 Prozent bei der Kehrichtmenge aller Oberwalliser Gemeinden. Bei den übrigen Abfallgruppen sind nur geringfügige Veränderungen festzustellen: Direktanlieferungen und Geheimakten verzeichneten Zunahmen von 1, respektive 10 Prozent, Schlämme gingen um gut 4 Prozent zurück. 
 

Entwicklung nach Monaten

Die Jahresbilanz nach Monaten weist beim Hauskehricht deutliche Wachstumsraten in den Monaten März, April, Mai, Juni, September und Dezember aus, wobei das grösste Wachstum in den Monaten März und Dezember registriert wurde. Während das Ergebnis im März zweifellos auf die bedeutend bessere touristische Auslastung als im Vorjahr zurückführen ist, ist dasjenige im Dezember eher ungewöhnlich und durch die zweithöchste Monatslieferung des Jahres aus Zermatt/Täsch bedingt. Markant weniger Kehricht wurde dagegen in den Monaten Februar, Juli, August, Oktober und November angeliefert. Auffallend ist ausserdem, dass die zweite Jahreshälfte 2003, mit tendenziell abnehmenden Kehrichtmengen, weniger stark rückläufig ist, als in den Vorjahren. Diese Entwicklung ist offensichtlich dadurch zu erklären, dass auf die gute Wintersaison im Tourismus auch eine ansprechende Sommersaison folgte.
 

Direktanlieferungen

Im Berichtsjahr ist der Anteil der Direktanlieferungen praktisch gleich wie im Vorjahr geblieben, bei einer Zunahme von lediglich einem Prozent oder 96 Tonnen. Zu- und Abnahmen sind hier jedoch eindeutiger auf die beiden Halbjahre verteilt: im 1. Halbjahr klar abnehmende Tendenz – vor allem in den Monaten Februar und April – im 2. Halbjahr, insbesondere in den Herbstmonaten September, Oktober und November recht starke Zunahmen zwischen 20 und 30 Prozent, und zum Jahresende wiederum eine ausgeprägte Abnahme von 30 Prozent. Per saldo ergibt dies die erwähnte Zunahme von 96 Tonnen, was gegenüber früheren Jahren mit starken Wachstumsraten bei dieser Abfallgruppe einer eindeutigen Stabilisierung gleichkommt. Offensichtlich schlägt sich in diesen Zahlen zunehmend die anhaltend schwache Konjunktur, ins- besondere im Bausektor nieder.
 

Aussergewöhnliche Jahresbilanz

Die Jahresbilanz 2003 ist aussergewöhnlich, weil erstmals die Jahreslieferung der Gemeinden Täsch und Zermatt in der Statistik vollständig erfasst ist. Der Vergleich zum Vorjahr wird dadurch verzerrt. Ohne diese zusätzlichen Lieferungen fällt die Entwicklung bei den beiden wichtigsten Abfallgruppen, dem Hauskehricht und den Direktanlieferungen, erfreulich aus, weil die Gesamtmenge stabil gehalten werden konnte. Aber auch das Ergebnis der Gemeinden Täsch und Zermatt ist positiv, wenn man berücksichtigt, dass diese ihr Kehrichtvolumen um über 1'000 Tonnen oder 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduzieren konnten. Trägt man auch dieser Veränderung Rechnung, dann hat sich die gesamte Abfallmenge gegenüber dem Vorjahr um 3.5 Prozent und der Hauskehricht um 5 Prozent verringert. Diese insgesamt rückläufige Tendenz ist zum Teil gewiss durch die schwache wirtschaftliche Konjunktur und das damit verbundene, zurückhaltenden Konsumverhalten zu erklären, während die Abfallzahlen der touristischen Top-Monate auf eine bessere Auslastung als im Vorjahr schliessen lassen. 
 
Trotz dieser insgesamt positiven Entwicklung, muss die Zielsetzung des Gemeindeverbandes, Abfall möglichst zu vermeiden und zu vermindern konsequent weiterverfolgt werden. Die Einführung verursachergerechter Gebühren und die Förderung der Separatsammlungen hat hierzu einen wichtigen Beitrag geliefert. Der Verband möchte deshalb an all jene Gemeinden, die noch Pauschalgebühren erheben, appellieren, die Einführung der Kehrichtsackgebühr nochmals gründlich zu prüfen. Wie eine Untersuchung des BUWAL (2002) in ausgewählten Schweizer Gemeinden nachweist, hat sich die Sackgebühr als geeignetes Instrument zur Abfallverminderung, aber auch der besseren Abfalltrennung erwiesen; sie bietet einen Anreiz, weniger Abfall in die Verbrennung zu liefern, damit die Umwelt zu schonen und auch Kehrichtkosten zu sparen. 
 
Wir möchten uns abschliessend bei all jenen bedanken, die sich auch im vergangenen Jahr, als Einzelperson, Gruppe oder Gemeinde, für die Ziele einer umweltgerechten Abfallbewirtchaftung eingesetzt haben und sie dazu ermutigen, ihre Anstrengungen auch im Jahr 2004 fortzusetzen.
 
Brig, 26.01.2004
 
Abfallberatung Oberwallis

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