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Konstante Menge beim Hauskehricht – Zunahme bei den Direktanlieferungen

Abfallentwicklung Oberwallis 2007

 

Brig-Glis /Oberwallis. – Die Oberwalliser Abfallstatistik weist für das Jahr 2007 eine deutliche Zunahme der Kehrichtmenge aus. Insgesamt fielen rund 39’000 Tonnen Abfälle zur Verbrennung in Gamsen an, was einer Steigerung von 11% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil des Hauskehrichts erhöhte sich dabei nur geringfügig um 2.9%, derjenige der Privatanlieferungen nahm im Vergleich zum Vorjahr um gut 17% zu.
Im Jahr 2007 wurden insgesamt 39'128 Tonnen Abfälle aus dem Oberwallis nach Gamsen transportiert und verbrannt. Diese Abfallmenge liegt um 3’906 Tonnen oder 11% über derjenigen des Vorjahres. Dabei erhöhte sich der Anteil des Hauskehrichts lediglich um 706 t oder 2.9%, während derjenige der privat nach Gamsen transportierten Abfälle mit 1’816 t oder 17% deutlich zunahm. Markante Zunahmen sind auch bei den Schlämmen mit plus 357% und den Geheimakten mit 62% zu verzeichnen, wobei diese Abfallkategorien mengenmässig nicht ins Gewicht fallen.

Entwicklung nach Monaten
Die Abfallstatistik nach Monaten zeigt beim Hauskehricht folgende Tendenz: in den Monaten März, September und November ist die Abfallmenge rückläufig, in den restlichen Monaten steigt sie dagegen um 1 bis 9% an (mit der grössten Zunahme im April mit 9%), der Monat Mai ist nahezu konstant. Im Jahresdurchschnitt ergibt dies die bereits erwähnte Zunahme von 2.9%. Die Wachstumsmonate bei der Kehrichtverbrennung sind in der Regel auch diejenigen mit einer guten touristischen Auslastung, was hinsichtlich des Saisonverlaufs vor allem für die Monate Dezember und Januar (Wintersaison) sowie Juli (Sommersaison) gilt, während sich im Monat April die Osterferien in der Kehrichtstatistik niederschlagen.

Zunahme bei den Direktanlieferungen
Unter den Direktanlieferungen werden die von Transporteuren und Bauunternehmern, Gewerbebetrieben und Privaten in eigener Regie nach Gamsen transportierten Abfälle statistisch erfasst. Während diese Abfallkategorie im Vorjahr deutlich rückläufig war (-13%), hat sie sich im Berichtsjahr wiederum um 17% erhöht und damit den Stand des Jahres 2005 knapp übertroffen. Im Jahresverlauf war die Liefermenge einzig im Monat Februar rückläufig, während allen anderen Monaten zunehmend, wobei die Zunahmen in den Wintermonaten weit weniger ausgeprägt ausfallen, als in den Sommermonaten. Absoluter Spitzenmonat ist der Monat Juli mit 65% mehr Abfall; in dieser Tonnage sind allerdings 481t, also knapp die Hälfte der monatlichen Lieferung, aus dem Mittelwallis enthalten, die in Folge einer Betriebsunterbrechung bei der UTO (Kehrichtverbrennungsanlage Uvrier) in Gamsen entsorgt wurden. Die Entwicklung der Direktanlieferung hängt stark von der allgemeinen Wirtschaftskonjunktur und insbesondere der Bautätigkeit ab. Diese war auch im Berichtsjahr vor allem in den Agglomerationen und den Tourismusstationen überdurchschnittlich intensiv, weshalb mit einer Zunahme der Bauabfälle gerechnet werden musste.

Bilanz 2007
Die Abfallstatistik des Jahres 2007 weist einerseits ein bescheidenes Wachstum beim Hauskehricht, andererseits eine markante Zunahme der Direktanlieferungen aus. Diese Entwicklung entspricht durchaus dem gesamtschweizerischen Trend der letzten Jahre: Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum haben eine Zunahme der Abfälle durch gesteigerte Produktion, erhöhten Konsum sowie durch verstärkte Bautätigkeit zur Folge. Im Oberwallis hat sich vor allem der im Jahre 07 wieder gut laufende Tourismus und die überdurchschnittliche Bautätigkeit auf die Abfallentwicklung ausgewirkt. Hinzu kommt, dass das Einzugsgebiet des Gebührenverbundes in den letzten Jahren nicht mehr erweitert werden konnte, sondern stagniert oder gar schrumpft. Insbesondere bei Gemeindefusionen ist der Trend zurück zum alten Gebührensystem mit Pauschalgebühren öfter zu beobachten. Ohne verursachergerechte Gebühren, die im Schnitt eine Reduktion von mindestens 30% des Verbrennungsabfalls bewirken, ist jedoch das Wachstum der Abfallmenge kaum in Griff zu bekommen, weil kein Anreiz zur Abfallvermeidung und besseren Abfalltrennung (Separatsammlungen) geboten wird. Die Gemeinden sollten deshalb die Abfallentwicklung auf ihrem Territorium gut im Auge behalten und auch ihr Gebührensystem periodisch überprüfen. Denn mit der Verbrennung ist der Abfall nicht einfach verschwunden. Es verbleit, allen technischen Raffinessen der Verbrennungsanlage in Gamsen zum Trotz, eine gewisse Umweltbelastung und es wird kostbarer und teurer Deponieplatz für die Ablagerung der Reststoffe benötigt. Wir möchten uns abschliessend bei all jenen bedanken, die sich im Berichtsjahr 2007 für die Ziele und Massnahmen einer umweltgerechten Abfallbewirtschaftung eingesetzt haben und möchten sie ermutigen, Ihr Engagement auch in Zukunft fortzusetzen.

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