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Wissenswertes zum Thema Glas


Allgemeines:
• Glas wird hauptsächlich aus Quarzsand (Siliziumdioxid – SiO2) hergestellt.
• Glas kommt bei vielen unterschiedlichen Produkten, wie Verpackungen, Geschirr, Fenster, Bauglas, Spiegel, optische Geräte, Geräte für chemisch-technischen Anwendungsbereich und v.a. mehr, zum Einsatz.
• Bei der Produktion in Glasereien, Fensterfabriken oder beim Gebäudeabriss entstehen grosse Mengen von Flachglasscherben (diese durchlaufen einen speziellen Aufbereitungsprozess, bevor sie in Glashütten geliefert und weiterverarbeitet werden) sowie Produktionsabfall von Fensterglas (wird mit geringem Aufbereitungsaufwand dem Schmelzprozess zugeführt).
• Glas ist zu 100 % ohne Qualitätsverlust recycelbar und kann in Form von Recyclingglas unendlich oft neu eingesetzt werden.
• Durch das Recyclen einer einzigen Flasche kann ein PC 25 min., ein Farbfernseher 20 min. oder eine Waschmaschine 10 min. lang mit Strom versorgt werden.
• Beim grössten Teil des Altglases handelt es sich um Hohlglas / Flaschenglas.
• Die Abfall- und Entsorgungsmenge von Glas in der Schweiz beträgt 0,3 Mio. Tonnen pro Jahr (331507 t) oder 42,6 kg pro Kopf (Stand 2009).
• Mit einem Altglasanteil von 100 % kann 25 % Schmelzenergie gespart werden.
• In der Schweiz organisiert die Vetro-Recycling AG (mit einem Anteil von 30 % am gesammelten Altglas der grösste Glasrecycler der Schweiz) die Altglassammlung und bereitet das Altglas auf. Dieses wird vollumfänglich der Glasindustrie als Rohstoff für die Herstellung neuer Glasverpackungen zugeführt (www.vetrorecycling.ch).
• Die VetroSwiss ist vom Bund beauftragt, die vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG) für
Getränkeverpackungen aus Glas zu erheben. Die Gemeinden und übrigen Sammler melden der VetroSwiss ihre Sammelmengen und werden entsprechend entschädigt. Dabei werden über 80 % des Aufwandes abgedeckt. Der Gebührentarif ist vergleichbar mit dem vorgezogenen Entsorgungsbeitrag (VEB) für PET (www.vetroswiss.ch).

Geschichte:
• Verpackungsglas (Flaschen und Hohlglas von Lebensmitteln) wird in der Schweiz seit langem separat gesammelt und das Sammeln hat sich in der Bevölkerung etabliert.
• In der Schweiz wird fast 95 % des Verpackungsglases wiederverwertet.
• Ein Drittel des Altglases wird in der einzigen Glasschmelzanlage der Vetro-Recycling AG
(Glashütte St. Prex, VD) verarbeitet. Rund die Hälfte wird für die Produktion von Glasbehältern im Ausland verwendet. Das restliche Altglas wird im Tiefbau als Ersatz von Sand und Kies eingesetzt und vermehrt zu Bau- und Isoliermaterialien (z.B. Schaumglas) weiterverarbeitet.

Recycling von Glas:
• Als Glas – Recycling wird das Sammeln und Wiederverwerten von gebrauchten Gläsern
bezeichnet, wobei die Wiederverwertung durch Reinigung (Waschen) verschmutzter Gläser
(Mehrwegverpackung) oder durch Einschmelzung von Gläsern erfolgen kann. Bei der
Wiederverwendung von Glasbehältern fällt durch den Rücktransport zum Abfüller sowie die Säuberung ein zusätzlicher Aufwand an.
• Prioritäten des Glasrecyclings:
- Wiederverwendung
Geringster Energieaufwand: Die Flaschen werden gereinigt und wieder abgefüllt.
- Produktion von Neuglas
Nur farbgetrennt gesammeltes Glas kann beliebig oft eingeschmolzen und wiederverwertet werden. Die Herstellung von Flaschen aus Altglas benötigt ein Viertel weniger Energie als beim Einsatz von Primärrohstoffen.
- Wiederverwendung als Baustoff (Isolationsmaterial)
Altglas kann zu einem hochwertigen Isolationsmaterial
verarbeitet werden; dies aber nur einmal!
- Verwendung als Sandersatz (Bau von Wasserleitungen)
Dies ist energetisch die schlechteste Nutzung von Altglas. Beim Altglas haben energie- und rohstoffsparende Verwertungen Vorrang.
• Farbtrennung: Eine einzige grüne Sektflasche färbt 500 kg farbloses Glas grünlich ein.
Umgekehrt entfärbt Weissglas das Buntglas. Deshalb ist die Farbtrennung sehr wichtig!
Gemischtes Glas kann nur für Grünglas verwendet werden, also blaues oder andersfarbiges Behälterglas zum Grünglas geben, da es der Farbqualität von Grünglas nicht schadet, wenn es mit anderen Scherbenfarben vermischt wird. Bei der Herstellung neuer Glasverpackungen kann jeweils nur eine Farbe eingeschmolzen werden. Somit ist die Farbtrennung ein wesentlicher ökologischer Beitrag.
• Vorteile der Farbtrennung: Beim Trennen des Altglases nach Farben, bleibt der wertvolle
Rohstoff für den Kreislauf der energiesparenden Glasherstellung erhalten. Die Gemeinden werden deshalb für farbgetrenntes Altglas besser entschädigt. Dies kommt somit auch wieder dem Bürger zugute.
• Neben dem Behälterglas gewinnt das Recycling von Flachglas und Bildschirmglas an Bedeutung. Für Flachglasprodukte (z.B. Bauglas oder Fahrzeugglas) gelten besonders hohe
Qualitätsanforderungen, vor allem im Hinblick auf die Optik. Die Beseitigung von
Produktionsfehlern, die auf das Schmelzgut zurückzuführen sind, erfordern einen hohen
technischen Aufwand.
• Das aus Gussgläsern, Verbundsicherheitsglas, Isolier- und Spezialgläser gewonnene Glasgranulat eignet sich für die Herstellung von Behälterglas, Glaswolle, Schaumglas, Glasbausteinen und Glasstrahlenperlen für Strassenmarkierungen.

Entsorgung:
• Gute Qualität beim Glasrecycling wirkt sich direkt auf die Kosten und die Qualität der aus Altglas hergestellten neuen Glasverpackungen aus.
• Blaue oder rote Flaschen sowie Flaschen, deren Farbe man nicht eindeutig definieren kann bzw. Zwischentöne, gehören ins grüne Loch.
• Nur Verpackungsglas, z.B. Gurken- oder Konfitürengläser, gehört in den Glascontainer.
Fremdstoffe, wie Verschlüsse und Umhüllungen jeder Art, Porzellan, Kunststoffflaschen, Ton und Steingut, Fensterglas, Trinkgläser (sie haben einen grossen Anteil an Blei im Glas), feuerfestes Glasgeschirr, Weihnachtsbaumkugeln, Leuchtstoffröhren und Glühbirnen gehören auf keinen Fall in den Glascontainer, sondern in den Kehricht. Allerdings werden Fensterglas (hat eine andere chemische Zusammensetzung und kann nicht in der Neuglas-Produktion verwendet werden) und Spiegel bei der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA in Gamsen) entsorgt. Papieretiketten können an den Flaschen und Gläsern dran bleiben, sie verbrennen beim Schmelzprozess.
• Im Recyclingprozess kann ein geringer Prozentsatz des Altglases aufgrund der Grösse, Struktur oder Verunreinigungen nicht aufbereitet werden Dieses Material wird z.B. zu Blähglasgranulat verarbeitet, welches in Produkten der Trockenmörtel- und bauchemischen Industrie, in Akustikplatten, in massiven Wandbaustoffen sowie in der Altbausanierung verwendet wird.

Ökologische Vorteile von Glasrecycling:
• Für 1 m3 Primärrohstoff müssen 7 m3 Gestein abgebaut werden. Der Einsatz von gebrauchten Glasverpackungen reduziert den Bedarf von Primärrohstoffen und schont Naturraum.
• 2009 wurden bei der Herstellung von neuen Glasverpackungen ca. 84 % Altglas eingesetzt, wodurch mehr als 20 % Energie eingespart wurde.
• Attraktiver als die Verwendung als Baustoffersatz ist eine Verwertung, die einen zusätzlichen ökologischen Nutzen erbringt. Die Baustoffherstellerin Misapor AG stellt seit einiger Zeit einen speziellen Beton her. Entscheidender Vorteil dieses Betons ist sein geringes Gewicht sowie seine sehr gute Wärmedämmung, so dass man auf eine zusätzliche Isolationsschicht verzichten kann. Weiterhin gibt es mittlerweile Dämmplatten, die aus 98 % Recycling-Glas hergestellt werden. Das ist z.B. beim Passivhausbau von gravierendem Vorteil für die Energieeffizienz (www.misapor.ch).

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